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Neuseeland: Einmal quer über die Südinsel! (Teil 1)

Es gibt einfach kaum etwas Schöneres, als mit dem eigenen Zuhause auf Zeit endlose Straßen in Richtung Horizont zu fahren, ohne Plan oder Zeitdruck, einfach nach Lust und Laune. Das Gefühl von Freiheit, der (noch ziemlich kalte) Fahrtwind im Gesicht, das Glücksgefühl, wenn man am Ende der Straße wieder am Meer raus kommt. Neuseeland ist klein mit viel Meer drum herum, es lohnt sich also.  Nachdem wir in Christchurch den Camper abgeholt haben, zeigt ein Blick auf die Wettervorhersage, dass wir die Westküste im Norden besser meiden. Wir fahren also an der Ostküste entlang ein Stück in Richtung Süden. In einem kleinen Ort folgen wir einer noch kleineren Straße, an deren Ende wir einen einsamen Strand finden. Der Pazifik donnert laut über die Steine am Strand, der Wind pfeift zwischen den wenigen Bäumen hindurch und in der Ferne grasen Kühe. Wir parken, hier bleiben wir.  Am nächsten Morgen stehe ich vor Sonnenaufgang auf, laufe am Strand entlang und sammle Steine. Hinter den Bergen geht der Mond unter, über dem Meer geht die Sonne auf. Es ist …

Im Zug durch Italien: Ein bisschen Eis passt noch rein

Mein Papa trinkt gerne Espresso. Also, richtig guten und das am Liebsten in Italien. Weil meine Eltern ziemlich cool sind, wie man so sagt, ist es heute fast schon Tradition, dass wir einmal im Jahr zusammen wegfahren.  Die Idee: Wir treffen uns in Pisa. Der Plan: 5 Wochen durch Italien, Frankreich und Spanien reisen, Freunde und Bekannte besuchen, Eis essen, die Sonne genießen.  Mit dem Zug immer weiter am Meer entlang. Von Mailand über Pisa und Florenz nach Genua, San Remo und weiter nach Frankreich und Spanien.  Aber von vorn:  Es ist schön in Mailand. Wir essen Pizza, Eis und Gebäck, jeden Tag. An fast jeder kleinen, schön eingerichteten Bäckerei holen wir eine Kleinigkeit, man muss schließlich alles probiert haben. Wir spazieren durch Gärten, essen, bestaunen den Dom ein bisschen. Es regnet, wir haben keinen Regenschirm, wir essen.  Nach ein paar Tagen steige ich in den Zug nach Pisa. Ich lerne ein paar Zeichen der italienischen Zeichensprache, unterhalte mich mit Nonnas, lerne Michelle und Miguel kennen. Sie ist Französin, 27 Jahre alt, studiert zur Zeit …

Brief an das Verlorene

Liebe verlorene Sachen, Manchmal, wenn ich meine Sachen packe, vergesse ich was. Eigentlich immer. In Kuba hatte ich keine Socken dabei, in Porto keine Sonnencreme, auf Madeira keinen Bikini und in Kanada keine Speicherkarten. Ich weiß nicht genau, wann packen so kompliziert geworden ist. Zur Klassenfahrt nach Berlin oder in die Jugendherberge war das einfacher. Alle Lieblingsklamotten in den Koffer, der Rest regelt sich schon. Mittlerweile muss jede Menge Technik mit. Und natürlich immer noch Klamotten, allerdings weniger als früher. Ich habe Beutel, die fertig gepackt in einem Koffer auf dem Schrank liegen, die werden schon gar nicht mehr ausgepackt. Bin quasi immer bereit zum Abflug und das ist auch gut so, denn meistens packe ich erst nachts auf den letzten Drücker. Ihr seht, es ist immer ein bisschen stressig. Und ich bin dann stolz, wenn ich Unterwäsche, Schminke, Socken und Bikinis dabei habe.  Umso härter trifft es mich, wenn meine Sachen auf Reisen verschwinden. Meistens lasse ich sie irgendwo liegen und es ist meine Schuld. Aber manchmal auch nicht.     Liebe Regenjacke, die eines Tages …

Aus Neufundland, für Dich

Es ist ziemlich grau und düster hier draußen, morgens in Neufundland. Dicke Nebelschwaden hängen an den Bergspitzen, hüllen sie ein und lassen sie verschwinden. Die Luft ist klar und es riecht nach Regen, aber vielleicht habe ich Glück und bleibe heute verschont. Vielleicht klart gleich alles auf, wenn der Wind die Wolken und den Nebel vertreibt und die Sonne das Wasser funkeln lässt. Vielleicht. Du hast immer gesagt, dass du gerne mal nach Norwegen fahren würdest. Ich glaube, da ist es manchmal auch so grau und neblig. Ganz bestimmt ist es da auch so kalt. Meine Hände sind schon ganz steif, meine Nase ist rot angelaufen und meine Beine zittern unter mir. Ich stehe auf einem Boot, das mich mit einigen anderen Reisenden zusammen durch den Western Brook Pond fährt. Das Wasser schlägt in Wellen an die Felswände, die zu beiden Seiten emporragen und ziemlich bedrohlich aussehen. Wir fahren direkt in den Nebel hinein, vorbei an Wasserfällen, die aus über hundert Metern Höhe hinab tosen und meine Haut mit Wassertropfen benetzen. Links entdeckt jemand einen Bären …